Das Buch: „Elefantenblut“

Ein Heimatkrimi mit historischem Bezug und nach einem authentischen Fall

Die Story:

Eine riesige Blutlache zu Füßen des größten Elefanten der Welt führt Bernhard Buschkamp, Komissar der Dortmunder Mordkommission, in die über 100-jährige, tragische Geschichte einer westfälischen Zeche. Eine Geschichte, die immer mehr auch seine eigene wird, je tiefer er in einen Sumpf aus alten Erinnerungen und Verletzungen hinabsteigt. Als ihn dann auch noch der Priester der nahen Gemeinde in ein sehr persönliches Geheimnis einweiht, überschlagen sich die Ereignisse.

Wie unter einem Brennglas wird die Entwicklung einer Stadt am Rande des Ruhrgebietes gezeigt, die beispielhaft für die Veränderung einer ganzen Region steht. Ein informatives, respektloses und sehr vergnügliches Buch über alle literarischen Genregrenzen hinweg.

Hintergrund:

Der Roman „Elefantenblut“ basiert auf einem authentischem Kriminalfall im westfälischen Hamm, der vom Autor kunstvoll mit der historischen Entwicklung seines Heimatortes verwoben wird. Das Zeitalter des Bergbaus, zwei wahnsinnige Kriege und positive wie negative industrielle und Stadtentwicklungen ziehen mit ihren prägenden Auswirkungen in atemberaubender Geschwindigkeit an den Protagonisten und am Leser vorbei.

Zum Buch selbst:

Softcover, 152 Seiten, ISBN 978-3-95631-645-6, Preis: 11,90 €

  • Ein Mord ohne Leiche, aber mit langer Vorgeschichte. Ein Komissar, der dem Täter auf die Spur stolpert. Liebevolle, aber nicht unkritische Blicke auf Hamm. Dieser Krimi unterhält mit vielen Facetten.

    Dr. Ralf Stiftel
    Westfälischer Anzeiger
  • Eine Mördergeschichte mit viel Blut, Information, Sex und Botschaft. Das Ganze serviert mit knochentrockenem Humor und Understatement, die ihresgleichen suchen.

    Gerd Heistermann
    ehem. Chefredakteur RadioLippeWelle Hamm, heute Chefredakteur des Macher-Magazins
  • Stringent aufgebaute Geschichte, die detailreich Einblicke in die Hammer Bergbautradition und das Alltagsleben im Schatten des Pütts gewährt. Nicht nur für altgediente Krimi-Fans in höchstem Maße lesenswert!

    Dr. Peter Kracht
    Westfalium
Titelseite des Romans "Elefantenblut"
Titelseite des Romans "Elefantenblut".

Ein Blick ins Buch:

Kapitel 1
Anbeginn

September 2013; Tag 1 der Ermittlungen

„Sieht fast aus, als hätte das Riesenviech Nasenbluten gehabt”, nuschelte Buschkamp halblaut. Getragen wurde diese wohl doch etwas gezwungen wirkende Bemerkung des Kommissars von seiner offensichtlich vergeblichen Hoffnung, die angespannte Stimmung etwas aufzulockern. Verstohlen blickte er in die Runde. Zu Füßen des monumentalen Glaselefanten hatten sich an diesem schon recht kühlen Septembermorgen einige Parkmitarbeiter versammelt. Im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit stand eine sorgfältig von der Polizei mit Flatterband abgetrennte, mysteriöse Fundstelle: eine Blutlache unbekannter Herkunft und äußerst respektablen Ausmaßes. Sie bedeckte, verschmiert und teils schon vertrocknet, das Basaltpflaster neben dem Eingang zum gläsernen Aufzug im Rüssel des Elefanten.

Heute morgen gegen neun, nach seinem Geschmack eindeutig zu früh, hatte ihn die Leitstelle hierher beordert, ohne dass er sich gebührend von seiner Freundin Marlies verabschieden konnte. Die lag sicher immer noch wohlig dösend im warmen Daunenbett des gemeinsamen Schlafzimmers. Ein ordentliches Frühstück, Schinkenbutterbrote und zwei Tassen Kaffee, mussten dennoch sein. In der Regel waren die im Fokus stehenden Betroffenen seines Gewerbes ja nun mal tot und konnten warten.

Natürlich war auch kein Dienstwagen zur Hand, so dass sein „Neuer“, ein weißer Mercedes 240TD Baujahr 1980, einmal wieder als Dienstwagen herhalten musste. Der „Alte“ war ihm im vergangenen Sommer bei einem spektakulären Fall im nahen Golfclub Stahlberg auf tragische Weise abhanden gekommen, was ihn auch heute noch mit gewisser Wehmut erfüllte. Glücklicherweise in Ausübung seiner Dienstpflicht. Dieser Umstand trug dazu bei, dass er einen neuen Wagen auf Staatskosten bekommen hatte. Viel wichtiger erschien ihm aber, dass er seine Marlies bei diesem Fall kennengelernt hatte, die auch heute noch im Golfclub arbeitete ­– aber eben nicht zu nachtschlafender Zeit.

Dumm nur, dass am Neuen heute Morgen noch sein Anhänger hing, randvoll beladen mit den nicht als Brennholz zu verwendenden Resten einer windschiefen Fichte. Schließlich hatten schon zwei ernsthafte Verwarnungen des Ordnungsamtes dazu geführt, dass er inzwischen auf das jährliche Abbrennen eines Osterfeuers verzichtete – sofern sich nicht zufällig ein nebliger und noch heller Abend als willkommene Gelegenheit zur Umgehung dieses Verbots ergab.

Auf der kurzen Fahrt von seinem Resthof in einer kleinen Bauernschaft Uentrops passierte er die katholische Kirche. Im Kirchhof machte sich gerade der Pfarrer mit einem zu kleinen Besen am ersten Laub zu schaffen. Ein wenig praktische Arbeit konnte so einem geistlichen Herrn sicher nicht sonderlich schaden, dachte Buschkamp, als dieser winkend grüßte. Aegidius Holtsträter hieß er und war erst vor ein paar Jahren in diese Gemeinde berufen worden. Ein denkbar unangenehmer Vorfall mit seinem Amtsvorgänger hatte die beiden vor wenigen Jahren zusammengeführt. Seither pflegten sie einen gelegentlichen und durchaus freundlichen Umgang, obwohl Buschkamp zum beruflichem Wirken des Pfarrers ein gehöriges Maß an Distanz hegte.

Als sich der Kommissar dem Maximilianpark näherte, zogen ihm blasse Bilder von Kindheits- und Jugendtagen durch den Kopf. Bilder abenteuerlicher Nachmittage, die das seit Jahrzehnten brach liegende Gelände der ehemaligen Zeche Maximilian ihm und seiner „Jungensbande“, wie man es damals nannte, bereitet hatte. Manni Wieczorek gehörte dazu, damals schon ein kleiner Gauner, der mit Regeln und Verboten nicht viel am Hut hatte. Dann Richie Mecklenbrauck, blonder Mädchenschwarm und verwöhnter Großbauernsohn mit allzeit großer Klappe. Und an ihren Fersen klebte stets Jupp Nowack, ein zartes Muttersöhnchen, das seine körperliche Unterlegenheit mit Loyalität wettzumachen versuchte. Ihn selbst, Sohn des kleinsten Bauern im Dorf, nannten sie damals noch manchmal „Bernie“, was ihm aber gar nicht gefiel.

Die Tantiemen aller hier vorgestellten Bücher fließen vollständig an diese Stiftung.

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